Vom ausgerenkten Wirbel

 

Oder das Märchen vom ausgerenkten Wirbel.

Ausgerenkt ist das Wort, welches zu einer bestimmten Funktionseinschränkung der Wirbelsäule am häufigsten benutzt wird. Blockierung ist eine der medizinische Bezeichnungen. Unter Ausgerenkt stellt man sich zunächst einmal eine ausgerenkte Schulter, Hüfte oder Kniescheibe vor. Ein Knochen hat seine Gelenkpfanne verlassen und hängt oder steht neben dem Gelenk in den Muskeln oder den Bändern. Dabei kommt es häufig zu Einrissen der Gelenkkapsel mit Blutungen usw. Zumindest ist das Gelenk mehr als nur verstaucht.

Das Ausrenken eines Gelenkes ist in der Regel eine sehr ernsthafte Verletzung. Und das dann erforderliche Einrenken ist auch nicht gerade ein angenehmes Erlebnis. Oft muß es unter Narkose erfolgen. Manchmal müssen die Einrisse in der Gelenkkapsel genäht werden, oder die ausgeleierten Bänder operativ gestrafft.Bei einem „ausgerenkten“ Wirbel scheint das Ganze etwas einfacher. Der Knochensetzer oder Chiropraktiker reißt einmal kurz am Hals oder drückt sein Knie dem Patienten ins Kreuz, und der Schmerz ist weg. Keine Operation, keine Narkose, ambulant zwischen Frühstück und Mittagspause.
Kann das denn sein? Nein! Das was man so im Allgemeinen als ausgerenkten Wirbel bezeichnet, ist eben alles Andere als ausgerenkt. Das Wirbelgelenk ist blockiert. Das heißt, es ist akut unbeweglich, wie eine klemmende Schublade. Die Schublade bietet sich als Vergleich an, da die Ursachen für eine klemmende Schublade oder einen blockierten Wirbel ähnlich sind. Wer beim Kauf eines Schrankes feststellen möchte, ob dieser handwerklich gut gemacht ist, öffnet eine Schublade des selben und drückt sie an einer Seite mit dem Daumen wieder zu. Wenn die Schublade dann verklemmt, ( blockiert ) stimmen Distanz und Haftung der Schubladenführung nicht. Das heißt, sie sitzt zu eng oder zu locker in der Führung . Ähnlich ist das mit den Gelenken der Wirbelsäule. Ist die Muskulatur zu verspannt, erhöht das die Reibung im Gelenk, und die Gefahr, das bei einer unkoordinierten Bewegung das Gelenk blockiert ist recht groß. Oder wenn die Bänder der Wirbelsäule durch schlechte Haltung, Überlastung oder Veranlagung zu locker sind. Auch diese Gelenke neigen zu Blockierungen, wie eine Schublade, die zuviel Spiel hat. Der in Manueller Therapie ausgebildete Arzt oder Physiotherapeut macht diesen Wirbel dann wieder beweglich. Dazu hat dieser spezielle manuelle Untersuchungs- und Behandlungstechniken erlernt. Um mit einem schnellen Knax oder einer langsameren Mobilisation wieder Bewegung in das Gelenk zu bekommen. Dabei verhält sich die Wirbelsäule wie eine vielgliedrige Kette. Wenn man bei einer Kette ein verklemmtes Glied gegen das andere bewegen möchte, reicht es in der Regel nicht aus, an beiden Enden zu reißen. Man muß vielmehr beide angrenzende Glieder fassen, und gegeneinander bewegen, oder die Kette so gegeneinander verdrehen, daß nicht andere Glieder eine Ausweichbewegung machen. Ich glaube, daß man sich anhand dieser Beispiele die Beweglichkeit der Wirbelsäule besser vorstellen kann. Und ausgerenkt ist da fast nie etwas. Das würde an der Wirbelsäule auch unter Umständen eine Querschnittslähmung bedeuten.
Aber so einfach die Beispiele klingen, so kompliziert ist es in der Natur. Die Wirbelsäule ist ein komplizierter Stapel aus Knochen mit elastischen Bandscheiben dazwischen. In sich ist sie zur besseren Federung gekrümmt und mittels Muskeln, Bändern und Gelenken sind alle Wirbel gegeneinander beweglich. Sollten sie jedenfalls sein. Leider bringt das Leben da im Laufe der Jahre so einige Veränderungen mit sich. Die Gelenke, und da macht die Wirbelsäule keine Ausnahme werden langsam immer steifer. Durch Bewegungs- und Haltungsgewohnheiten werden einige Bewegungsabschnitte schneller steif als andere. Dort sind die Muskeln nicht mehr so elastisch wie es für eine normale Bewegung nötig ist. Die Reibung in den Gelenken ist erhöht, so daß die Neigung zu Blockierungen steigt.

Andere Stellen im Körper werden zum Ausgleich der Steifigkeiten beweglicher als normal, die Bänder leiern aus. Auch an diesen Stellen kommt es häufig zu Blockierungen, sowie zu Überlastungserscheinungen in Muskulatur, Gelenken und Bandscheiben.
Manuelle Therapie und Chiropraktik ist eine Therapieform, die bei den akuten Beschwerden, sowie bei der Behandlung der Ursachen helfen kann. Funktionelle Mobilisation und Stabilisation der betroffenen Gelenke ist für die von Blockierungen betroffenen Patienten eine mögliche Hilfe.

Die Vorstellung an der Wirbelsäule sei etwas ausgerenkt wie bei einer Schulterluxation bewirkt beim Betroffenen Angst vor jeder Bewegung. Genau vor der Bewegung, die im Endeffekt ein Fortschreiten der Beschwerden und Symptome verhindern kann. Da dieses Thema sehr komplex ist, werde ich es im Laufe der nächsten Ausgaben dieser Zeitung noch einige Male aufgreifen.
Jochen Meloh

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