Sportphysiotherapie im Kindes- und Jugendalter

 

In den vorherigen Ausgaben unserer Stadionzeitung habe ich verschiedene sportphysiotherapeutische Methoden vorgestellt. Vom Stretching über Manuelle Therapie, vom Tapen bis zur Massage und vom Krafttraining bis zur Gymnastik. All das sind Bestandteile der Sportphysiohterapie sowie auch der normalen Physiotherapie. Es geht immer darum Verletzungen und Beschwerden zu behandeln und vorzubeugen. In der Behandlung von Sportverletzungen beim Erwachsenen und beim Jugendlichen gibt es keine nennenswerten Unterschiede. Die Regenerationsmöglichkeiten bei Kindern und Jugendlichen sind sicherlich höher als beim Erwachsenen. Aber Bluterguß ist Bluterguß und Bänderriß ist Bänderriß. Deswegen möchte ich dazu im Moment nichts schreiben.Die Unterschiede liegen hauptsächlich in den Zielen und in der Wertigkeit der begleitenden Funktionsgymnastik. Schon beim Erwachsenen der ungeliebte Part im Sport.

In der Funktionsgymnastik genau wie im Training gibt es Unterschiede zwischen Erwachsenen und Jugendlichen. Auch wenn ich ein Kind ernst nehme, wie einen Erwachsenen, kann ich nicht so tun, als wäre es schon ausgewachsen. Es gibt unterschiedliche motorische Lernphasen die zu berücksichtigen sind.

Bis ca. 10 Jahre:
Die erste für den Sport relevante Lernphase ist die Phase bis zum 10ten Lebensjahr. In dieser Phase ist die Lernfähigkeit für Koordination und Geschicklichkeit am Höchsten. Ein Training von Gleichgewicht und komplexen Bewegungsabläufen bringt in dieser Phase so richtig viel Erfolgserlebnisse. Das Erlernen dieser Fähigkeiten in einem anderen Lebensabschnitt bringt nicht annähernd die Ergebnisse wie in dieser Phase bis zum 10ten Lebensjahr.

Bis ca. 14 Jahre:
In diesem Alter ist die Lernfähigkeit für die Grundlagen Ausdauer am Besten, während die Lernfähigkeit für
die motorischen Grundlagen schlechter wird. Training der Grundschnelligkeit und der Ausdauer sind angesagt.

Ab 14 bis 17 Jahre:
Hier lohnt es besonders, Kraft und Schnellkraft zu trainieren. Mit Beginn der Pubertät steht die Entwicklung der Muskulatur im Vordergrund. Krafttraining und Sprinttraining bringen jetzt so richtig Ergebnisse. Vergleiche die nebenstehende genauere Tabelle. Das ist natürlich nur eine grobe Einteilung, in welchem Lebensalter welche Lernfähigkeit am Höchsten ist. Hier sollten die Schwerpunkte des Trainings und auch der Sportphysiotherapeutischen Maßnamen liegen. Berücksichtigen muß man dabei natürlich auch, dass gerade bei Heranwachsenden die körperliche Entwicklung manchmal um mehrere Jahre vom kalendarischen Alter abweicht.
In der Sportphysiotherapie sehen wir diese Jungen und Mädchen in der Regel beim Haltungsturnen. So lange der Körper noch wächst, kann sich die Haltung zum positiven sowie zum negativen entwickeln. Ein regelmäßiges Sporttreiben ist da wichtig, um dem Körper eine vielseitige Entwicklungsmöglichkeit zu geben. Außerdem ist ein Gegengewicht zum langen Sitzen in der Schule, bei den Hausaufgaben und in der Freizeit notwendig. In der Physiotherapie begleiten wir das mit einigen gezielten Übungen gegen die Krümmungen der Wirbelsäule sowie mit Koordinationsübungen und Übungen für die tiefe autochthone Rückenmuskulatur, die für die Feinabstimmung der einzelnen Wirbel zueinander verantwortlich sind.
Schwimmen hat da leider zu unrecht den Ruf besonders gut zu sein. Ich sehe im Normalfall keinen Grund Fußball, Handball oder eine andere Sportart schlechter zu bewerten. Die Körperhaltung spielt beim Schwimmen ehr eine untergeordnete Rolle. In der Vielseitigkeit der Belastung steht das Schwimmen hinter vielen anderen Sportarten sogar zurück. Um mich nicht falsch zu verstehen. Ich habe nichts gegen Schwimmen. Nur wenn ich bedenke wieviel Kinder zum Schwimmen geprügelt werden, weil das so gut für die Haltung sein soll, obwohl sie daran keinen Spaß haben, kommen mir schon Bedenken. Um einen Jugendlichen dauerhaft an den Sport heranzuführen, steht der Spaßgedanke für mich im Vordergrund.
Denn nur einen Sport an dem ich Spaß habe, werde ich dauerhaft ausführen. Jede Sportart ist besser als
rumsitzen.
Mein Sohn zum Beispiel geht überhaupt nicht gerne Schwimmen. Er fährt aber mit Begeisterung Rennrad. Das Rennradfahren ist nun aber nicht gerade eine Sportart die als besonders gut für die Körperhaltung gilt. Aber Radsport ist besonders gut für Herz, Kreislauf und Lunge. Außerdem sehr schonend für Gelenke und Knochen. Wir ergänzen das Training insbesondere in der Wettkampffreien Zeit von Oktober bis Februar durch Lauftraining, Hallentraining ( Fußball und Basketball ) und Funktionsgymnastik an unseren Medizinischen Trainingsgeräten. So fangen wir die einseitige Belastung durch den Sport wieder auf. Mit Beginn der Pubertät wächst insbesondere der Rumpf und die Wirbelsäule. In diesem Alter sollte man sich immer wieder einmal die Haltung der Jugendlichen anschauen. Das heißt, selber schauen und alle halbe Jahr zum Hausarzt, Kinderarzt oder dem Facharzt für Wirbelsäulenerkrankungen, dem Orthopäden. Und zwar mit dem konkreten Wunsch sich die Haltung anzuschauen. Wenn man regelmäßig wegen Husten, Schnupfen, Heiserkeit beim Arzt ist, sieht der natürlich nicht die Haltung.

Jochen Meloh

Unsere gesamte Praxis ist klimatisiert und behindertengerecht ausgestattet

 

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