Sport mit einem neuen Gelenk

 

Kann man mit einem neuen künstlichen Gelenk noch Sport treiben? Ja, wenn die Operation gut geklappt hat, die Muskeln wieder gut auftrainiert wurden und die Beweglichkeit wiederhergestellt ist, kann man mit einem künstlichen Gelenk auch Sport treiben.Die Frage ist nur: Welcher Sport ist sinnvoll?
Nehmen wir einmal das immer noch am Häufigsten operierte Hüftgelenk. Von der Funktion her ein relativ einfaches Gelenk. Eine große schalenförmige Hüftpfanne nimmt einen großen kugelförmigen Hüftkopf auf. Die Beweglichkeit dieses Gelenkes ist gut, aber nicht so groß wie beispielsweise das Schultergelenk. Die Beweglichkeit wird normalerweise von großen stabilen Knochen geführt. Seit den 60ger Jahren hat sich die Operationsmöglichkeit dieses Gelenks ständig verbessert. Lässt der Gesundheitszustand des Patienten diese Operation zu, so wird das neue Gelenk mittlerweile direkt im Knochen verankert und wächst zu einer stabilen Verbindung zusammen. Ist dies nicht möglich, wird das neue Gelenk mittels Knochenzement im Knochen befestigt. Das künstliche Gelenk ist aus unterschiedlichsten sehr haltbaren Materialien gefertigt, worauf ich hier nicht näher eingehen möchte. Hüftpfanne und Hüftkopf sind aus verschiedenen Materialien. Dadurch wird eine vorzeitige Abnutzung der Ersatzteile verhindert. Ein gewisser Abrieb findet natürlich statt, ist aber in der Regel nicht weiter störend, weil das Ersatzteil keine Schmerzen empfinden kann. Bewegt sich der Betroffene einigermaßen vielseitig, reiben sich auch keine Rillen ins Material, sondern es nutzt relativ gleichmäßig ab.

Die Abnutzung des neuen Materials stellt auch nicht das größte Problem dar. Es ist vielmehr die Befestigung, die ab und zu einmal Sorgen bereiten kann. Der Knochen ist in sich zu einem gewissen Grad biegsam. Die Elastizität des Knochens und des Materials aus dem das neue Gelenk gefertigt wurde sind unterschiedlich. So kann es zwischen den beiden zu kleine Haarrissen kommen. Im ungünstigen Fall lockert sich das Ersatzteil im Knochen und das Gelenk wird instabil. Diese Instabilität kann Schmerzen bereiten.

Bei der Wahl der Sportart ist es also wichtig Belastung und Belastbarkeit ins Gleichgewicht zu bringen. Fußball mit seinen schnellen Sprints und Stops ist da sicherlich nicht ideal. Es geht, aber ist nicht sinnvoll. Genauso verhält es sich mit Tennis und anderen Ballsportarten.

Keine Kampfsportarten! Damit meine ich nicht Judo oder Karate, sondern Wettkampf. Im Wettkampf geht man schon mal über eine gewisse Belastung hinaus. Im Wettkampf dominiert nicht nur die eigene Leistungsfähigkeit, sondern im Wettstreit geht man schon mal an die Grenzen der Leistungsfähigkeit und darüber hinaus.

Walken, wandern, laufen, Rad fahren, skaten, Ski Langlauf, schwimmen und so weiter stehen bei der Wahl der Sportart vorne an. Keine Spitzenbelastung für die Gelenke, sondern Belastung für Muskulatur und Kreislauf. Grenzen ehr über die Ausdauer. In Verbindung mit der entsprechenden Erholungszeit und den Pausen ist da einiges möglich. Das Ganze nicht zu einseitig, damit die Abnutzung des neuen Gelenks möglichst gleichmäßig geschieht.

Erholung und Pausen: Die Muskulatur und das Herzkreislaufsystem erholen sich schneller als der Knochen und das Bindegewebe. Belastet man einen Knochen nicht, verliert er seine Belastbarkeit, wie jedes andere Gewebe im Körper. Wenn man, wie ich in meinem Beruf, selten etwas hartes in die Hand nimmt, hat die Haut an den Händen keine Schwielen. Die Haut ist nicht belastbar. Will ich nun den Garten umgraben, hat es schon nach einer viertel Stunde die ersten Blasen. Nehme ich aber regelmäßig den Spaten in die Hand, wird auch meine Haut belastbarer. Belastungsreize fördern an der Haut die Bildung von Hornhaut. Belastungsreize am Knochen fördern die Kalkeinlagerung und die Stabilität des Knochens. Mache ich zu viel, geht die Haut kaputt, genau wie der Knochen. Gönne ich dem Körper die entsprechenden Regenerationspausen können auch kleine Überlastungen die gesamte Belastbarkeit steigern.

Belastungsreize und Regeneration sind leider nicht messbar. Kann man die Regeneration des Herzkreislaufsystems noch am Puls und am Blutdruck erkennen, gibt es für Knochen und Muskulatur noch keine Messgrößen. Wir müssen das Ganze also über das Gefühl und mit der Vernunft steuern. Das ist mit der Regeneration von jungen Sportlern übrigens nicht anders. Ermüdungsbrüche durch zu hohe Belastung und zu geringer Erholung kommen auch bei jungen Menschen vor. Und es ist nicht immer der Trainer schuld, und schon gar nicht der Schiedsrichter. Manchmal ist Regeneration auch eine Frage des Freizeitverhaltens.

Jochen Meloh

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