Kniebeschwerden beim Radsport

 

Radsport ist für die Kniegelenke nicht besonders belastend. Das Körpergewicht lastet nicht auf den Kniegelenken. Druck und Reibung sind somit deutlich reduziert. Das Bewegen der Gelenke unter Entlastung ist gut für den  elenkknorpel. Radsport ermöglicht vielen Menschen mit Gelenkbeschwerden die sportliche Betätigung.Trotzdem melden sich immer wieder Radsportler mit Kniegelenksbeschwerden bei mir zur Behandlung. Was ist mit denen? Sind bei solchen Sportlern die Gelenke schon so kaputt, dass selbst der Radsport nicht mehr möglich ist? Sind das Sportler, die schon kurz vor einer Gelenkersatzoperation stehen? Nein, nein, es ist ja nicht nur der Gelenkknorpel der Beschwerden machen kann.

Bei Radsportlern sind es, wie häufig auch bei anderen Sportlern, die muskulären Dysbalancen, die Probleme machen. Früher hat man angenommen, dass es die äußere, vordere Oberschenkelmuskulatur ist, der Vastus Lateralis vom Muskulus Quadrizeps, der durch den Radsport überproportional trainiert wird. Dieser Muskel soll die Kniescheibe nach außen gezogen haben und damit eine erhöhte Reibung am äußeren Kniescheibenrand verursacht haben. Als Folge wurde zur Unterstützung der Vastus Medialis, der inner vordere Oberschenkelmuskel, trainiert. Leider nicht immer mit dem gewünschten Ergebnis.

Durch neuere Untersuchungstechniken mittels Computer gestützter Kraftmessung zeigte sich, dass der Unterschied zwischen den beiden Muskeln gar nicht so groß ist, wie allgemein angenommen. Es ist mehr die fehlende Entspannungsfähigkeit der Muskulatur, die die Reibung der Kniescheibe erhöht. Als Ursache kommen wie so oft mehrere Situationen zusammen.

Die extreme Häufigkeit der Muskelanspannung beim Radsport ist ein Grund. 5 Stunden Training auf dem Rennrad sind keine Seltenheit. Wie viele Kurbelumdrehungen sind das? Wie oft spannt der Muskel an und soll wieder locker lassen? Dazu die enge Beinhaltung. Um dem Wind möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten, müssen die Knie recht eng zusammen gehalten werden. Dadurch wird der Traktus-ilio-tibialis stark irritiert. Das ist die äußere Sehnenplatte, die sich vom Hüftgelenk bis zum Knie zieht. Der dazu gehörige Muskel ist an der für die Beinbewegung nötigen Hüftbewegung beteiligt. Außerdem ist die Spannung auf dieser Sehnenplatte bei ca. 10 Grad Kniebeugung am höchsten. Da beim Radfahren die Kniegelenke nie ganz gestreckt werden, ist diese Sehnenplatte zusätzlich recht hoch angespannt. Wenn erst mal ein Muskel verspannt ist, breitet sich eine solche Verspannung recht schnell auch auf andere Muskeln aus.

Das sind also schon mal 2 Gründe für eine muskuläre Dysbalance. Es gibt noch weitere. Der Runde Tritt. Besonders auf dem Rennrad ist die Fortbewegung nicht nur durch dass Treten der Kurbel geprägt. Nein, durch die feste Verbindung zum Pedal, tritt man mit dem einen Bein zu, während das andere Bein das Pedal hochzieht. Bei vielen Radsportlern klappt das mit dem runden Tritt mehr oder weniger gut. Bei denen, die in früher Jugend mit ihrem Sport begonnen haben und einen guten Trainer hatten, klappt es besser, als bei den spät berufenen. Zieht der Fahrer nicht im gleichen Maße wie er drückt, trainiert sich die fordere Muskulatur stärker als die hintere. Allein dadurch verliert die vordere Muskulatur an Entspannungsfähigkeit, weil sie stärker ist als die hintere. So wie es den Bodybuilder, der nur die Muskeln trainiert, die er im Spiegel sieht, aus dem Lot nach vorn in eine gebeugte Haltung zieht, zieht es den Radsportler in die Streckung des Kniegelenks.

Aber nicht allein dies. Die insgesamt deutlich trainierten Beine werden im Laufe der Saison schnell stärker als der Rumpf. Bei den langen Trainingseinheiten ist nicht viel Zeit zur Funktionsgymnastik für Bauch und Rücken. Wer schon mal Rückenbeschwerden hatte, weiß, dass sich solche Beschwerden auch schnell in den Beinen zeigen. Eine diffuse Reizung der Lendenwirbelsäule beeinträchtigt das muskuläre Gleichgewicht der Beine.

So, was tun? Da ich Physiotherapeut bin, werdet Ihr natürlich mal wieder eine physiotherapeutische Lösung erwarten. Ich will Euch da nicht enttäuschen.

Funktionsgymnastik! Und zwar recht viel. Verbesserung der Entspannungsfähigkeit durch Dehnungsübungen. Verbesserung der Kraft in den Kniebeugern, durch Übungen und Umstellen der Tritttechnik. Verbesserung des muskulären Gleichgewichts und der Reaktionsgeschwindigkeit durch Koordinations- und Gleichgewichtsübungen für Rumpf und Beine. Behandlung der Wirbelsäulenprobleme durch Übungen und Handgrifftechniken aus der Manuellen Therapie. Massage zur Spannungsregulierung. Alles nach einem ausführlichen Befund und Untersuchung. Auch hier gibt die Videoanalyse wertvolle Hinweise zu den Ursachen. Videoanalyse auf der Trainingsrolle mit dem eigenen Rennrad.

Also, Beschwerden müssen nicht sein. Viele lassen sich durch eine gezielte Funktionsgymnastik verhindern oder beseitigen.

Jochen Meloh

 

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