Bandverletzungen im Sprunggelenk

 

Der Bänderriss im Sprunggelenk, im Fuß, ist eine der häufigsten Verletzungen im Fußballspiel und im Sport. Der Verletzungshergang ist in der Regel immer wieder sehr ähnlich. Es reicht oft eine Bagatelle wie das Umknicken um die Bänder zu schädigen. Am häufigsten betroffen sind die Außenbänder. Im Bereich des Außenknöchels gibt es drei Bänder, die das Gelenk stabilisieren. Das vordere und mittlere Band zerreißen häufiger. Das hintere Band ist seltener betroffen.Diese Verletzung mit Zerreißung der Außenbänder tritt häufig nach einem Tritt des Gegners gegen den Knöchel auf. Auch beim Umknicken bei der Landung nach einem Kopfball. Bei beiden Situationen überschreitet das Gelenk mit hoher Geschwindigkeit die kritische Kippgrenze. Die Muskulatur reagiert nicht schnell genug und schon ist es passiert. Insbesondere bei Übermüdung, bei mangelndem Aufwärmen und bei Konditionsschwächen ist der Fuß gefährdet. Genauso bei Koordinationsschwächen der Muskulatur.

Zwei Situationen sind auf dem Spielfeld immer wieder zu beobachten. Der Spieler hat sich verletzt und liegt auf dem Boden. Er schreit und jammert und will sich gar nicht mehr beruhigen. Eis hilft, aber die Schmerzen bei Bewegung und Belastung lassen nur unwesentlich nach. Ein anderer Spieler, in der gleichen Situation steht ganz ruhig auf, humpelt vom Platz und lässt sich auswechseln. Er sagt: „Da hat was ganz laut geknackt. Da ist was kaputt.“ Bei der späteren Diagnostik durch den Arzt kommt bei dem ersten Spieler heraus, dass er eine deutliche Bänderdehnung hat. Beim zweiten Spieler diagnostiziert der Arzt einen kompletten Bänderriss. Der Unterschied im Schmerz liegt an der Verletzungssituation. Bei der Bänderdehnung und Zerrung, sind die Enden der Bänder noch nicht vollkommen auseinander. Jede Bewegung zieht an der verletzten Stelle. Beim kompletten Riss sind die Enden auseinander, so dass die Bewegung das Band nicht mehr erreicht.

Bis Anfang der 90ger Jahre wurden solche Bänderrisse in der Regel operiert. Heute sieht die Behandlung anders aus. Normalerweise wird der Bänderriss mit einer so genannten Orthese versorgt. Das ist eine Plastikschiene, die das Gelenk stabilisiert und eine seitliche Bewegung des Fußes im Sprunggelenk verhindert. Damit verhindert diese Schiene das weitere Auseinanderziehen der Bänder und ermöglicht die Heilung. Die Abrollbewegung des Fußes ist weiterhin möglich. Gegenüber dem Gips hat das den Vorteil, dass das Gelenk seine Mobilität behält. Folgeschäden aus der vollkommenen Ruhigstellung werden so vermieden. Die Regenerationszeit ist bei dieser Art der Versorgung deutlich kürzer, als mit Gips und Operation. Die Ergebnise in Bezug auf Belastbarkeit, Schmerzen und Funktion sind gut bis befriedigend.

Wie muss man sich einen solchen Heilungsprozess vorstellen? Wie finden sich die losen Enden? Es sind eben keine losen Enden. Zumindest dort außen am Knöchel, aber auch bei einigen anderen Gelenken kann man sich solche Bänder nicht als fest umschriebene Struktur vorstellen. Es sind keine losen Enden wie bei zwei Schnürsenkeln, sondern eher eine Falte im Vorhang. Die Stelle, die man als Band bezeichnet, ist eine Stelle, an der die alles umhüllende Gelenkkapsel stärker und dicker ist. Zu den Seiten hin ist das Ganze noch zusammen, so dass es von den Seiten her wieder vernarben und heilen kann. Besonders, wenn die Stelle nicht immer wieder auseinander gezogen wird; und genau das verhindert die Schiene.

Die Kreuzbänder im Kniegelenk dagegen, sind sehr fest umschriebene Strukturen, so wie man sich Bänder auch vorstellt. Wenn da eins gerissen ist, wächst da nichts zusammen. Beim Sportler mit einem gewissen Leistungsanspruch wird das Kreuzband im Knie in der Regel operiert. Die Heilung des Bänderrisses am Außenknöchel, bei der so genannten funktionellen Versorgung mittels Orthese, ist gut und in der Regel vollkommen ausreichend. Selten muss noch operiert werden. Dies entscheidet der Arzt durch seine Diagnostik. Eine Nachbehandlung mittels Physiotherapie ist nur noch selten nötig. Da der Fuß von Anfang an belastet und zumindest in Teilbereichen auch bewegt wird, kommt es selten zu Funktionsstörungen, wie Bewegungseinschränkung und Muskelschwäche. Trotzdem kann man die Heilung mittels Physiotherapie fördern. Manuelle Lymphdrainage gegen die Schwellung, tiefe Querfriktionen, damit die Narbe flach und elastisch verheilt und Training der Muskulatur und der Koordination, damit der Sportler schnell wieder trainieren und auch spielen kann. Darüber hinaus kann man durch physiotherapeutisches Training die Kraft und die koordinativen Fähigkeiten so verbessern, dass eine solche Verletzung nicht so schnell wieder auftritt. Von vielen Sportlern, die einen Bänderriss am Außenknöchel hatten, höre ich immer wieder, dass sie sich unsicher fühlen, häufig umknicken und der Fuß nicht mehr so belastbar ist. Das muss nicht sein! Schon mit wenigen Übungen über ein paar Wochen lassen sich solche Restbeschwerden vermeiden und beheben. Zur Vorbeugung gegen erneute Verletzungen lässt sich durch ein gezieltes Trainingsprogramm ein hervorragendes Ergebnis erzielen. Auch im Zeitalter des Sparens! Lieber frühzeitig Beschwerden verhindern, als später Einschränkungen in Kauf nehmen und humpeln.

Jochen Meloh

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