Bandscheibe

 

„Bandscheibe“ eine ganz normale Geschichte! Rückenbeschwerden sind in unserer westlichen Gesellschaft ein riesiges Problem. Es kostet unserer Volkswirtschaft jährlich mehrere Milliarden Euros. Durch Operationen, Krankschreibungen, Schmerzmittel und auch Physiotherapie. Hunderttausende von Menschen werden jährlich an „der Bandscheibe“ operiert. Auf dem afrikanischen Kontinent ist die Bandscheibenoperation dagegen die Ausnahme.

Ein Bandscheibenvorfall ist der ganz normale Alterungsprozess der Wirbelsäule. Die Bandscheiben verlieren im Laufe des Lebens an Spannkraft und Elastizität. Beim Einen schneller, beim Anderen langsamer. Die Bandscheiben, welche als Puffer zwischen den einzelnen Knochen der Wirbelsäule liegen, wölben sich im Laufe der Zeit nach außen und verlieren zunehmend an Höhe. Geschieht dies langsam, ist es in der Regel kein größeres Problem. Geschieht dies schnell, kann der Körper sich nicht darauf einrichten. Einen plötzlichen Bandscheibenvorfall könnte man also als plötzlichen Alterungsprozess der Wirbelsäule bezeichnen.

Mit dem Verlust an Spannkraft und Höhe geht die Stabilität der Wirbelsäule verloren. Die Muskulatur, welche die Wirbelsäule wie die Takelage eines Segelmastes hält und unterstützt, muss mehr arbeiten. Schafft sie diese Aufgabe nicht, verkrampft sie sich zunehmend. Die Dauerverkrampfung wiederum führt zu einer zunehmenden Versteifung der Wirbelsäule. Die Haltebänder der Wirbelsäule verkalken langsam um den nötigen Halt zu verbessern und die Muskulatur zu entlasten. Dies wiederum führt zu einer zunehmenden Versteifung der Wirbelsäule. Das Bücken wird schwerer und schlechter. Muss sich der Rücken z.B. beim Sitzen etwas beugen, macht sich die fehlende Beweglichkeit wiederum bemerkbar. So bald von der Wirbelsäule eine Bewegung gefordert wird, die nicht mehr gut möglich ist, macht sich diese mit Schmerzen bemerkbar.

„Ich habe da eine falsche Bewegung gemacht“ höre ich immer wieder als Auslöser für Schmerzen. Die Angst vor „falschen“ Bewegungen lässt die Betroffenen immer weniger bewegen. Die Muskeln werden durch die fehlende Bewegung immer schwächer. Damit wird der Halt immer schlechter und der Teilfelskreis ist geschlossen.

Ein Bandscheibenvorfall ist der ganz normale Alterungsprozess der Wirbelsäule. Insbesondere wenn dieser Alterungsprozess langsam geschieht, kann der Körper sich darauf einrichten. Wer Sport treibt, sich vielseitig bewegt, einen Ausgleich zu den statischen Belastungen des Alltags sucht, wird mit diesem Alterungsprozess keine größeren Probleme bekommen. Wenn die Muskulatur ausreichend trainiert ist und die Wirbelsäule beweglich gehalten wird, ist dieser Alterungsprozess eben normal und in der Regel ohne Schmerzen. Schmerzen können neben den Muskelverspannungen auch dadurch entstehen, dass die sich vorwölbende Bandscheibe auf einen Nerv drückt. Druck ist dabei nicht unbedingt wörtlich zu nehmen. Durch den „Alterungsprozess“ der Bandscheiben kommt es zu kleinen Einrissen ins Knorpelgewebe. Die daraus austretenden Substanzen des Bandscheibengewebes sind recht aggressiv und führen zu Entzündungen am Nerven. Und das tut lausig weh, auch im Verlauf des Nervens z. B. bis ins Bein. So etwas braucht nicht unbedingt operiert zu werden. Kriegt man die Entzündung mit Medikamenten, Physiotherapie und physikalischen Therapien in den Griff, macht das keine Probleme mehr.

Untersucht man 100 Patienten ohne Rückenbeschwerden mittels Kernspintomographie, so findet man in 70 Fällen Bandscheibenvorfälle, die, wie gesagt, keine Probleme machen. Also: Wenn Sie Ischiasprobleme haben und in der Krenspinuntersuchung wurde ein Bandscheibenvorfall gefunden – keine Panik! Selten ist der Druck auf den Nerv so stark, dass operiert werden muss. In der Regel merkt man gar nicht, wann dieser Vorfall, oder die Vorwölbung entstanden ist.

Physiotherapeutisch sieht die Behandlung solch einer gereizten Bandscheibe so aus. Zunächst wird zur Entlastung der gereizten Bandscheibe wieder Bewegung in das gestörte Bewegungssegment gebracht. Durch manuelle Handgrifftechniken, durch Traktion im Schlingentisch, durch Wärmeanwendung, Elektrotherapie und einiges mehr wird der akute Reiz gelindert. Durch ein langsam gesteigertes Trainingsprogramm wird die stützende Rumpfmuskulatur und die Beweglichkeit wieder aufgebaut. Übungen für zu Hause, aber auch an Trainingsgeräten steigern die Belastbarkeit. Auf die verschiedenen ärztlichen Therapien möchte ich hier nicht näher eingehen. In der Akutphase sind das in der Regel Medikamente, die da in Form von Tabletten, Spritzen und komplizierteren Eingriffen die Entzündung bekämpfen. Auch die Akupunktur kommt da häufig zum Einsatz. Behandlungsbedürftige Bandscheibenvorfälle treten am Häufigsten in der Altersgruppe der 30 bis 40 jährigen auf. Weil in dieser Altergruppe der Kern der Bandscheibe noch elastisch genug ist, sich durch die kleinen Einrisse zu quetschen.

Neben den schon beschriebenen Ursachen, spielen die Erbfaktoren eine nicht unerhebliche Rolle. Der Eine hat eben eine Bandscheibe für 10, – € abbekommen und der Andere eine für 100, – €. Der jenige mit den schlechteren Erbanlagen muss mehr für sich tun, als der jenige, der die besseren Erbanlagen abbekommen hat.

Jochen Meloh

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